einfach.wöchentlich #90 | beSINNlich

Posted on Dezember 2, 2018

beSINNlich

Heute, am ersten Adventssonntag, hat jene Jahreszeit begonnen die auch gerne als die besinnliche Zeit bezeichnet wird. Sich besinnlich verhalten bedeutet für mich sich auf seine fünf Sinne konzentrieren und verstärkt Sinneseindrücke wahrnehmen. Auch wenn das jahreszeitenunabhängig möglich ist, bietet die Adventszeit jetzt die idealen Voraussetzungen dafür.

SINNvoll
Wir sind mit fünf Sinnen ausgestattet um uns zurecht zu finden und mit unserem Umfeld in Kontakt zu treten. Wir sehen, hören, riechen, schmecken und tasten uns durchs Leben. Wir haben durch die Evolution gelernt unsere Sinne einzeln aber vor allem in Kombination zu nutzen um Situationen besser einschätzen und verarbeiten zu können. Fehlt uns ein Sinn, entweder temporär oder permanent, lernen wir recht rasch dieses Defizit mit den anderen Sinnen zu kompensieren. Fehlen zwei Sinne wird das schon schwierig. Denken Sie nur an eine starke Erkältung in der Sie kaum etwas riechen und schmecken. Das Erlebnis leidet darunter massiv.

SINNlos
Besonders in der digitalen Welt werden viele Erlebnisse sinnlich entleert. Der Fokus liegt auf optischen und akustischen Reizen und negiert sehr häufig die restliche Wahrnehmung. Und weil diese Entwicklung, teilweise technologisch bedingt, uns schon ziemlich vereinnahmt hat, leidet auch unsere Wahrnehmung anderer darunter. Wann haben Sie zuletzt so richtig hingehört, hingesehen, gerochen, geschmeckt und getastet? Nur um wahrzunehmen und nicht gleich eine Antwort parat zu haben?

HinSEHEN
Wenn man über die Weihnachtsmärkte schlendert, bietet sich ein Überangebot an optischen Eindrücken. Damit meine ich nicht nur die vielen bunten Lichter und die Spiegelungen in den Christbaumkugeln. Sehen Sie mal bewußt in den Augen der Kinder und entdecken Sie deren Vorfreude. Sehen Sie in die Augen der Eltern die sich entweder mitfreuen oder noch nicht wissen ob und wieviel Sie ihren Kunden schenken können. Beobachten Sie die anderen Menschen die verstohlen am Rande stehen und mit leerem Blick in das leere Punschhäferl schauen. Sehen Sie, wie die Menschen miteinander umgehen – teils nächstenfreundlich, teils bereits genervt vom vorweihnachtlichen Trubel. Sehen Sie auch hin, wenn sich in den warmen Ecken der Ubahnstationen Obdachlose zusammenkauern und einfach nur versuchen zu überleben. Haben Sie kein schlechtes Gewissen wenn Sie zuerst nur hinsehen und diese Menschen wahrnehmen. Diese Menschen haben keine Mittel um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen wie es wir mit unseren Social Media Profilen und Blogs können. Wenn Sie dann aber doch zum Telefon greifen und eines der Kältetelefone anrufen, wäre das großartig)

Sehen Sie auch bei Ihren Nächsten hin. Bei Ihren Kolleginnen und Kollegen. Sie haben es verdient wahrgenommen zu werden. Und natürlich auch bei Ihren Kundinnen und Kunden. Das ganze Jahr kämpfen viele um die egoistische Aufmerksamkeit gegen den Mitbewerb anstatt einfach den Kunden direkt Aufmerksamkeit zu schenken. Einfach mit eigenen Augen hinSEHEN ist der erste Teil einer SINNlichen Erfahrung aus der Sie lernen können.

Ihnen eine einfach beSINNliche Woche,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher

Macht es einfach.