einfach.wöchentlich #80 | Eindrucksvoll

Posted on September 23, 2018

Eindrucksvoll

In den letzten zehn Tagen ist so einiges passiert. Auf Neudeutsch würde man diese Zeit „Workation“ nennen, eine Mischung aus Work und Vacation. Arbeitsurlaub klingt weniger fancy und hat einen leicht negativen Beigeschmack. Aber der Reihe nach.

Cityhopping
Meine Reise führte mich über Berlin nach Hamburg und dann nach Sankt Peter Ording an die nordfriesische Küste. Bis auf eine Schifffahrt, war ich mit Flugzeug, Bahn und Auto unterwegs. Ein Umstand der alleine schon für viele unterschiedlichste Eindrücke sorgte. Unterschiedlichste Mitreisende mit den verschiedensten Beweggründen unterwegs zu sein. Manche weil sie es wollten, andere weil sie es mussten. Diese Kombination erzeugt eine ganz eigene Stimmung in den jeweiligen Verkehrsmitteln. Bereits im Flughafenbus vom Flughafen Berlin-Tegel zum Hauptbahnhof war eine bunte Mischung an Reisenden anzutreffen. Der Umstand, dass die Fahrt aufgrund starken Verkehrs länger als geplant dauerte, brachte einige Menschen sichtlich an die Grenze ihrer Toleranzgrenze. Ich nutze diese Situationen, an denen ich nichts ändern kann, zur Meditation. Nicht immer einfach, aber eine gute Übung seine Frusttoleranzgrenze zu erhöhen. Omm.

Im Gespräch
Bei allen Nachteilen die soziale Medien so mitsichbringen, bieten sie doch die Möglichkeit mit Menschen in Kontakt zu kommen, die man sonst wohl nie kennengelernt hätte. So zum Beispiel eine spätberufene Personal Trainerin in Berlin, die ihre KundInnen international betreut. Klingt komisch, ist aber so. Weiter in Hamburg habe ich mit einer Grafikdesignerin gesprochen, die Menschen Sketchnoting beibringt um statt öden Meetingprotokollen grafisch ansprechende und besser merkbare Erinnerung zu gestalten. Das dieses Gespräch auf einer Baustelle stattfand, verlieh dem Ganzen eine besondere Note. Fortgesetzt wurde diese Gesprächsreihe im hohen Norden mit zwei weiteren, bei einem Barcamp kennengelernten, Freunden in einem Wohnmobil am Strand von Sankt Peter-Ording und  fand ihren Abschluss in einem Lokal an der Elbe in Hamburg mit einer Hamburger Hafenrundfahrt-Tourmoderatorin. Mehr dazu demnächst an anderer Stelle. (Spoileralert!)

Barcamping
Es gibt mannigfaltige Barcamps in Österreich und Deutschland. Aber es gibt nur ein Beachcamp in Sankt Peter Ording an dem ich heuer bereits zum vierten Mal in Folge teilgenommen habe. Es ist quasi bereits Tradition, dass ich jeden Herbst (als einziger Österreicher) in das beschauliche nordfriesische 2000-Seelen-Dorf pilgere um mich mit einer bunten Mischung aus Norddeutschen und ein paar Dänen treffe. Erschaffen wurde dieses Barcamp von Inga und Christian Wiele die vor zirka fünf Jahren aus dem Schwabenland nach Nordfriesland gezogen sind und sich dort eine neue Existenz aufgebaut haben. Sie sind lokale Wegbereiter in Sachen Leben am Land dank Digitalisierung – nicht zufällig auch das Themenspektrum beim Beachcamp. Die TeilnehmerInnen beleuchten dabei die unterschiedlichsten Aspekte gelebter Digitalisierung und es findet immer ein reger und kritischer Diskurs zu den aktuellen Entwicklungen statt. Etwas, dass man hierzulande in Österreich nur ansatzweise findet.

Design Thinking
Nach zwei intensiven Tagen Beachcamp und einem Tag Erholungspause, gönnte ich mir einen Design-Thinking Workshop bei Inga, die eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung dieser Methode bei SAP in Deutschland gespielt hat. Mit ihrer von brand eins bereits vierfach ausgezeichneten Beratungsfirma gezeitenraum trägt sie diese Methode gemeinsam mit ihrem Mann Christian in Unternehmen. Das der Workshop in einem Geschäft namens Möbel&Suppenmanufaktur stattfand, gibt schon genug Hinweise wie strukturiert-kreativ dabei gearbeitet wurde. Wenn man lernt, sollte man von den Besten lernen.

Input overflow
Nach diesen ereignisreichen Tagen voller Eindrücke waren die Spaziergänge zwischendurch auf Deich und Strand bei Sonnenschein und Wind eine erleichternde Ablenkung um die Impressionen besser zu verdauen. Selbst beim Rückflug nach Wien hallten die vielen Gespräche und Erfahrungen noch nach und sie tun es jetzt noch immer.

Horizonterweiterung
Neben der sprichwörtlichen Weite am Strand mit Blick auf die Nordsee, sind solche Reisen immer eine Quelle für Neues. Sie mögen vieles davon vielleicht nicht gleich sinnvoll einzuordnen, jedoch dürfen Sie darauf vertrauen das diese Eindrücke nicht umsonst gewesen sind.

“Man muss reisen, um zu lernen.” – Mark Twain

Ihnen einfach eine gute Woche,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher

Macht es einfach.