einfach.wöchentlich #71 | Herkunft

Posted on Juli 22, 2018

Herkunft 

Heute habe ich eine interessante Podcast Episode von Seth Godin gehört. Sie handelt davon, inwiefern unsere Herkunft unser Handeln beeinflusst und steuert. Konkret meint er allerdings nicht die geographische oder soziale Herkunft sondern die mentale Herkunft. Welche Herkunft prägt Ihr Handeln heute?

Kindheitsprägungen
Er kürzlich bei der Fußball WM in Russland wurde eine Geschichte über den belgischen Spieler Rommels Lukaku publik die er in The Players Tribune veröffentlichte. In seiner Jugend wuchs er in so armen Verhältnissen auf, dass eines Tages seine Mutter die Milch mit Wasser strecken musste. Ein Schlüsselerlebnis, wie er beschreibt. Ein Erlebnis das seine Einstellung gänzlich ändern sollte. Ab diesem Zeitpunkt war für ihn jedes Spiel ein Finale.

Schlüsselerlebnisse
Wenn wir zurückdenken, dann hat jeder so ein Schlüsselerlebnis. Ein Erlebnis nachdem plötzlich die Motivation da ist, so groß um sein Verhalten zu verändern und Dingen neue Priorität zu geben. Mein persönliches Schlüsselerlebnis fand während eines launigen Zusammenseins mit einer sehr guten Freundin und Studienkollegin statt. Wir erzählten uns damals Erlebnisse aus unseren Jobs die teilweise diametral dem gegenüber standen was wir im Studium gelernt bzw. reflektiert hatten. Zumindest theoretisch. Die teilweise überspitzt formuliert dargestellten Erlebnisse und möglichen Weiterentwicklungen waren ein fruchtbarer Boden für neue und verrückte Ideen. Mir fiel es manchmal so einfach, dass sie mir den Spitznamen Ideenschleuder gab. Leider passierte es aber auch oft, dass ich mir die Ideen nicht lange genug merkte um sie sinnvoll zu notieren. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach einer Methode um einfach und rasch den Grundgedanken einer Idee zu erfassen. Bei der Recherche kam ich dann auf den Business Model Canvas der damals gerade seine mediale Geburtsstunde feierte.

Denkart
Mit meiner Entdeckung des Business Model Canvas tat sich für mich eine neue Denkrichtung auf. Wenn man auf so einfache Art und Weise das Geschäftsmodell eines Unternehmens verständlich darstellen kann, muss das auch mit anderen Inhalten funktionieren. Im Nachhinein betrachtet war das wohl die Geburtsstunde des Vereinfachers. Alles was danach folgte waren Entscheidungen die mir dabei halfen, mich auf das zu fokussieren was meine Denkart des Vereinfachens unterstützt. Jedes neue Werkzeug oder Methode untersuche ich dahingehend, ob und wie es mich in meiner Arbeit unterstützt und damit einen Mehrwert für andere schafft.

Keine Zukunft ohne Herkunft
Besonders in etablierten Unternehmen erkennt man es immer wieder, dass die Zukunft unsicherer wird weil die Herkunft in Vergessenheit geraten ist. Es lohnt sich darüber zu reflektieren und die frühen Ereignisse neu zu betrachten und in die Zukunft zu denken. Selbstverständlich gilt das auch für jede einzelne Mitarbeiterin und Mitarbeiter. Jeder hat zumindest ein prägendes Erlebnis das seine Denk- und Handlungsweise geprägt hat und vielleicht unbewusst noch immer prägt. Es ist gut möglich, dass genau darin eine versteckte oder gar unterdrückte Kraft und Motivation steckt, die Sie in Ihrem Beruf oder auch privat erfolgreich einsetzen können.

Denkanstößiges für die bevorstehende Woche

  • An welche prägenden Erlebnisse können Sie sich erinnern und erzählen heute noch davon?
  • Was ist der Kern / die Motivation dieses Erlebnisses?
  • Wie könnten Sie diese Motivation wieder in Ihren Alltag einfließen lassen um für sich und andere etwas zu verbessern?
Ihnen einfach eine gute Woche,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher

Macht es einfach.