#159 | #flattenthecurve

Posted on März 29, 2020

#159 #flattenthecurve

#flattenthecurve ist derzeit einer der häufigsten Ausdrücke die uns im Alltag unterkommen. Zu recht. Die einzige Chance unser Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten, ist die Anzahl jener die schwer erkranken möglichst niedrig zu halten. Wir alle sichern dadurch die laufende Betreuung jener die schon länger erkrankt sind und es akut werden. Menschen die an Krebs erkrankt sind und gerade eine Chemotherapie durchmachen, Menschen die einen Herzinfarkt hatten, wollen genauso weiter behandelt werden wie jene die Corona-infiziert sind. Das geht nur mit ausreichend medizinischem Personal und Kapazitäten in den Spitälern. Und das erreichen wir nur gemeinsam. Die mit Abstand beste Methode dazu ist eben ausreichend Abstand zueinander zu halten.

Temporär
Zum heutigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht, ab wann sich die aktuelle Situation entspannen wird und wir langsam wieder zur Normalität zurückkehren können. Ziemlich sicher ist allerdings, dass es sich um einen temporären Zustand handelt. Je nachdem wir gut wir uns an die verordneten und empfohlenen Maßnahmen halten, umso größer ist die Chance diesen Zeitpunkt früher zu erreichen.

Anders
An dieser Krise bemerkt nun wirklich jeder die Auswirkungen für sich selbst und andere. Wir wurden sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen und müssen vieles nun anders machen. Das verlangt uns einiges ab und einige fühlen sich dadurch auch überfordert. Umso wichtiger ist es, dass jene die es können, als Vorbild zu wirken und anderen einen Anhaltspunkt zu geben. Das nimmt einen Großteil der Angst und lässt verstärkt vernünftige Entscheidungen treffen. Jene von Ihnen die so ein Vorbild sein können sei gesagt: haben Sie Geduld mit jenen die sich nicht so rasch und vernünftig an die neue Situation gewöhnen können.

Chancen
Es mag wie eine Binsenweisheit klingen und dennoch bietet jede Krise auch ihre Chancen. Krisen zeigen uns Defizite unsers fragilen Miteinander auf. Diese Defizite gilt es nun zu analysieren und andere Lösungen dafür zu finden. Es ist ziemlich paradox, dass gerade die momentan so dringend benötigten Handschuhe, Schutzanzüge und Schutzmasken ausgerechnet aus China kommen – von genau dort wo der aktuelle Virus seinen vermeintlichen Ausgangspunkt hatte. Diese extreme lokale Abhängigkeit macht uns nun große Probleme. Aber selbst im EU-Raum merken wir nun, dass ein zu dezentral geregelter Maßnahmenkatalog in Krisensituationen nicht hilfreich ist. Die zögerliche und unterschiedliche Umsetzung von Maßnahmen wird hoffentlich eine Erkenntnis aus der Krise sein.

Durchhalten
Auf die Dauer eines durchschnittlichen Menschenlebens gerechnet, wird diese Krise nur einen verhältnismäßig kurzen Anteil einnehmen. Wir wissen zwar noch nicht, wie lange wir an den wirtschaftlichen Nachwirkungen knabbern werden, aber selbst diese werden irgendwann überwunden sein. Denn wenn wir Menschen eines gut können, dann ist das Anpassungsfähigkeit an neue Situationen. Viele Anpassungen merken wir gar nicht weil sie sehr subtil passieren oder so leicht zu erlernen sind, dass war nach kürzester Zeit die alte Vorgehensweise bereits vergessen haben.

Das neue Normal
In nicht wenigen Unternehmen war es bis vor kurzen Usus, sich gegenseitig zu Besprechungen einzuladen und physisch in einem Besprechungsraum zu treffen. Heute ist es plötzlich normal, in einem virtuellen Meetingraum zusammen zu kommen – unabhängig davon ob die TeilnehmerInnen daheim im Homeoffice oder im Bürogebäude gegenüber sitzen. Die früher versprochenen Vorteile an Zeitersparnis und Reisekosteneinsparung sind nun von der Notwendigkeit des Abstand halten abgelöst worden. Trotzdem bin ich ich davon überzeugt, dass dieses neu gelernte Verhalten auch nach der Krise weiter Bestand haben wird. Die Krise hat uns dazu gezwungen neue Verhalten auszuprobieren und deren Vorteile zu erkennen. Nicht zwingend als kompletten Ersatz aber als gute Alternative.

Bleiben Sie gesund, halten Sie – mit Abstand – zusammen und wir werden auch diese Krise gemeinsam meistern.

Ihnen eine einfach gute Woche,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher

Macht es [mit Abstand] einfach.