#150 | #Wien2030

Posted on Januar 26, 2020

#Wien2030

#Wien2030 war der Hashtag der 5. Wiener Innovationskonferenz die letzte Woche stattgefunden hat. Das sich die Wiener Stadtregierung gemeinsam mit Wirtschaftstreibenden und ArbeitnehmervertreterInnen zusammensetzt und eine Strategie für die nächsten 10 Jahre entwickelt, verdient Aufmerksamkeit.

Lebenswerteste Stadt
Das Wien inzwischen mehrmals zur lebenswertesten Stadt gekürt wurde, wird vor allem unseren vielen BesucherInnen offenbar wenn sie in Wien zu Gast sind. Für viele WienerInnen ist das entweder selbstverständlich oder man raunzt auf hohem Niveau und denkt sich „woanders is no schlimmer“. Das eine Großstadt das leisten kann, ist aber alles andere als selbstverständlich und braucht eine Menge vorausschauende Planung und Gestaltung.

Vision
Wien ist eine Stadt in der jeder einfach gut leben kann und soll. Trotz oder gerade wegen der laufenden Veränderung der letzten Jahrzehnte, ist es notwendig eine Vision zu entwickeln. Eine Vorstellung von der Zukunft, die man als begehrens- und lebenswert erachtet. Eine Vision, mit der sich die Mehrheit der hier lebenden Menschen identifizieren kann weil sie einfach zu verstehen ist. Eine Vision, die sowohl im kleinen als auch im großen Umfeld funktioniert.

Strategie
Die passende Strategie ist all das was dazu beiträgt, die Vision direkt und indirekt zu erreichen. Dazu hat man in der Strategieentwicklung für die Stadt Wien zehn Handlungsfelder und sechs Spitzenthemen für die nächsten zehn Jahre definiert. Auch in dieser Definition hat man gewünschte Ergebnisse definiert ohne bereits den genauen Weg vorwegzunehmen. Nur so lässt man die Türe für Innovationen offen und bleibt dabei flexibel was stetig neu auftauchende Herausforderungen betrifft.

Alltag
Im Alltag finden sich die vielen Projekte und Initiativen die der Strategie und Vision zuträglich sind. Besonders im Bereich Digitalisierung wurde hier auf Partizipation gesetzt und Bürgerinnen und Bürger eingeladen daran mitzuwirken. Ein solches Vorgehen steigert die Akzeptanz der erarbeiteten Lösungen enorm.

Überparteilich
Wie in jeder demokratisch verwalteten Stadt spielt die Politik natürlich eine große Rolle. Soweit ich denken kann, kenne ich Wien als das „rote Wien“. Dazu darf jeder stehen wie er will. Das Wien trotzdem oder gerade deswegen funktioniert, sieht man immer wieder wenn man in andere Städte, vor allem im Ausland fährt, und dann bemerkt wie gut Wien als Stadt funktioniert. Dazu beigetragen hat ganz sicher die zweite Ebene der Stadtregierung und der diversen VertreterInnen, die, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, pragmatisch und lösungsorientiert die alltäglichen Probleme bewältigt und nachhaltige Lösungen geschaffen hat.

Wachstum
Wien wächst. Zwischen 2002 und 2018 ist Wien um ca. 300.000 Einwohner gewachsen. Das entspricht in etwas der Bevölkerung der steirischen Landeshauptstadt Graz. Im Jahr 2028 wird Wien die 2 Millionen-Einwohner-Marke erreichen und bis 2048 nochmals um die Stadt Graz wachsen. Was das alleine für die Infrastruktur und Versorgung bedeutet, kann sich wohl jeder vorstellen. Das bedeutet, dann bereits jetzt die entsprechenden Vorkehrungen und Bauvorhaben in die Wege geleitet werden. Alleine der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (U-Bahnbau, etc.) ist hier sehr gefordert zumal dessen Nutzung durch die Begleiterscheinung des Klimawandels schon jetzt maßgeblich verstärkt wird.

Und nun?
Alles gut und schön, denken Sie sich vielleicht. Aber was hat das mit mir, die/der womöglich gar nicht in Wien wohnt, zu tun? Vielleicht überlegene Sie sich, was dieses Beispiel für Ihr Unternehmen, Ihren Verein oder einer anderen Organisation an der Sie teilhaben, bedeuten könnte. Welche Vision möchten Sie gemeinsam verwirklichen? Welche Strategie könnte Sie dabei unterstützten diese Zukunft auch Realität werden zu lassen? Welche Projekte und Initiativen können Sie selbst vorschlagen oder sogar umsetzen?

Connected
Wir sind heute alle stärker conncected als je zuvor. Zumindest technisch betrachtet. Zwischenmenschlich betrachtet hat man manchmal eine andere Wahrnehmung. Gerade deswegen wäre es doch überlegenswert so einen Prozess in Gang zu setzen und sich dafür ebenso motivierte MitstreiterInnen zu suchen. Und falls Sie nicht wissen wo Sie beginnen sollen: kommen Sie einfach nach Wien und lassen Sie sich inspirieren. Weil: woanders is no schlimmer.

Ihnen eine einfach gute Woche und bis bald in Wien,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher

Macht es einfach.