einfach.wöchentlich #55

Posted on April 1, 2018

Reflektieren

Feiertage sind immer eine gute Gelegenheit sich über dieses und jenes Gedanken zu machen. Man trifft sich mit Menschen die man schon länger nicht mehr gesehen hat und denkt zuvor und ganz sicher danach über sie nach oder weil der normale Alltag nicht stattfindet und einfach ein bisschen Zeit zum Nachdenken da ist.

Es gibt viele Dinge die reflektieren. Spiegel an der Wand, fluoreszierendes Material an der Kleidung, Verkehrszeichen und vielem mehr. Sinn des Reflektieren ist Aufmerksamkeit auf etwas das bereits da ist zu lenken und darüber nachzudenken und idealerweise danach Handlungen folgen zu lassen.

Wenn Sie nachts auf der Landstraße unterwegs sind und am Straßenrand die weißen Markierungspflöcke mit den reflektierenden Markierungen im Scheinwerferlicht sehen, orientieren Sie sich daran und folgen dem Straßenverlauf.

Wenn Sie morgens vor dem Spiegel stehen, machen Sie sich vielleicht Gedanken über Ihr Aussehen und was Sie tun möchten um mit sich selbst zufriedener zu sein.

Wie aber funktioniert (Selbst)Reflexion über die persönliche Weiterentwicklung? Und warum sollte man sich damit belasten?

Persönlichkeits-Selfie  
Is there an app for that? Soweit ich weiß noch nicht. Die rein optische Variante (aka Instagram) lassen wir mal außen vor. Sich über sich selbst Gedanken zu machen ist nicht immer einfach aber eine lohnende Aufgabenstellung. Im Wesentlichen ist es ein sich damit auseinandersetzen, womit man in seinem Leben zufrieden ist und wenn nicht, was man daran ändern möchte. Elisabeth Kirchmair, ihres Zeichens Yoga-Trainerin, hat für sich das Motto „Bewegst Du dich, bewegst Du was!“ geprägt. Ich mag dieses Motto, weil es nicht nur körperlich sondern auch gedanklich wunderbar passt. Ganz besonders in Zeiten, in denen Empörungswellen unglaublich schnell durch die [sozialen] Medien schwappen, ist es unabdingbar immer wieder inne zu halten und zu reflektieren bevor man auch die Empörungswelle mit reitet.
Ab und zu ist es dann auch notwendig, bisherige Gedanken zu bewegen und anders zu denken. Neue Erkenntnisse zu erlangen, also zu lernen, ist das einzige Mittel um sein Leben aktiv zu gestalten und das anderer mitzugestalten.

Einfach reflektieren
Zuerst braucht es Zeit. Ablenkungsfreie Zeit. Und ein paar einfache Fragen die man sich selbst, oder im Gespräch mit anderen gegenseitig, stellt. Schreibt man die Fragen und Antworten auf, kann man beim nächsten Mal nachlesen was sich inzwischen getan hat, wie man sich entwickelt hat.

Sie werden Sich jetzt möglicherweise fragen, welche Fragen man sich stellen soll. Einige Fragen werden sich garantiert aus Ihrem privaten und beruflichen Umfeld geradezu aufdrängen. Es gibt aber drei Meta-Fragen die man sich immer stellen kann.

  • WAS mache ich da?
  • WIE mache ich das?
  • WARUM mache ich das?
Wenn Sie diese drei Fragen bei einer Kleinigkeit einmal durchgespielt haben werden Sie merken, dass die Frage nach dem Was und Wie recht leicht zu beantworten ist. Bei dem Warum ist es schon schwieriger. Vor allem dann, wenn sich das Warum bei mehreren Fragen zu unterschiedlichen Antworten führt.
Das ist doch etwas worüber Sie vortrefflich reflektieren können, oder? Am besten gleich morgen. 

Ihnen einfach eine gute Woche,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher