einfach.wöchentlich #37

Posted on 26. November 2017

Neunzig

In fünf Wochen ist das Jahr 2017 vorbei. Per heute, etwas gerundet, haben wir also neunzig Prozent geschafft. Orientiert man sich am Paretoprinzip (um 80% zu erreichen benötigt es 20% Energie und für die restlichen 20% braucht es 80% der Energie) sind wir bereits im kritischen Bereich. Wenn man sich so umschaut, hat man auch das Gefühl, dass viele Menschen bereits am Ende Ihrer Jahresenergie angelangt sind.

Man könnte meinen, dass die Punsch- und Glühwein-Stände nur dazu da sind um dem Jahresendstress mit Hilfe alkoholischer Heißgetränke beizukommen anstatt die abendliche Stimmung zu genießen, mit Freunden und Bekannten zu reden die sonst nie Zeit finden das bei angenehmeren Temperaturen zu tun. der kürzlich Black Friday ist eine ebenso importierte Kunden(v)erziehungsmaßname wie Halloween. Dagegen ist ja unser eigener Streit um den 8. Dezember geradezu harmlos. Es läuft alles drauf hinaus, dass man recht spät erkennt, welche vermeintlichen Versäumnisse man die vierzig anderen Wochen des Jahres begangen hat. Und jetzt, im Zeitfenster der größten Anstrengung, versucht man das wieder aufzuholen. Es ist leicht vorstellbar, dass das nur schwer machbar ist. Nicht nur in Bezug auf die eigenen Kraftanstrengungen sondern auch jene der MitarbeiterInnen und KundInnen. Das ganze Jahr kümmert man sich nur mittelmäßig um sie und dann will man plötzlich wieder Gutpunkte sammeln und zum Teil sein Gewissen beruhigen. Das geht sich nur (schwer) aus.

Die Weihnachtsfeier – ein Exkurs
Traditionell finden ab Ende November in Unternehmen, Vereinen und anderen Organisationen Weihnachtsfeiern statt. Aus vielfach leidvoller Erfahrung, besonders in großen for-profit Unternehmen, möchte ich Ihnen eindringlich zwei Botschaften mit auf den Weg geben.

Das Essen
Essen und Trinken sind sowohl im privaten wie auch beruflichen Umfeld der Kern der Feier. Daran zu sparen ist der größte Fauxpas den Sie begehen können. Bewusst unbewusster kann man eine Geringschätzung der MitarbeiterInnen nicht ausdrücken. Es braucht kein fünf Sterne Lokal mit Nouvelle Cuisine und sieben Gängen sein, aber es muß gut und ausreichend sein. Verzichten Sie lieber auf gut gemeinte Geschenke und investieren Sie das so Gesparte lieber in die Kulinarik. Ohne gutes Essen gibt es keine gute Stimmung. Apropos Stimmung.

Die Ansprache
Weihnachtsfeiern sind immer ein willkommener Anlass der Geschäftsführung über das vergangene Jahr zu resümieren. Auch hier wird oft versucht, die Versäumnisse unterm Jahr in diese eine Ansprache zu packen. Das Ergebnis ist meist der Stimmungskiller schlecht hin. Sollten Sie der Geschäftsführung angehören, verzichten Sie BITTE auf eine Verlesung der Geschäftszahlen und der nachfolgenden „Motivation“ im nächsten Jahr noch eins draufzulegen. Zum einen wissen Ihre MitarbeiterInnen sowieso wie es um den Laden steht, zum anderen ist es, an diesem einen Abend, der exakt falsche Zeitpunkt solche Informationen zu verbreiten. Ein ehrliches und einfaches Danke an die gesamte Belegschaft reicht völlig aus. Nutzen Sie dafür den Rest des Abends mit Ihren MitarbeiterInnen persönlich ein paar Worte zu wechseln für die sonst vielleicht zu wenig Zeit ist. Nehmen Sie sich die Zeit dafür.

Denkanstößiges für die bevorstehende Woche

  • Wem wollten Sie schon länger (wieder einmal) Danke sagen?

Ihnen einfach eine gute Woche,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher

P.S.: Wer noch auf der Suche nach einem passenden Weihanchtsgeschenk ist, darf gerne hier aussuchen