einfach.wöchentlich #29

Posted on 1. Oktober 2017

Ja, aber die anderen …

Jeder Mensch ist einzigartig. In seiner Art, in seinem Denken und in seinem Verhalten. Organisationen, die ja von Menschen gebildet werden, sind die Summe der einzelnen Individuen und schaffen in dieser Zusammenstellen mehr als ein Mensch alleine je schaffen würde. Warum, bei soviel Individualität, versuchen so viele Organisationen wie die anderen zu sein?

Das gemocht werden
Jeder von uns strebt nach Anerkennung. Trotzdem sollte uns klar sein, dass wir eben wegen unserer Individualität nie von allen gemocht werden können. Das steht im Widerspruch zu den eingangs beschriebenen unterschiedlichen Denkmustern und Verhalten. Diese empfundene Ablehnung muss gar keinen emotionalen Ursprung haben sondern schlichtweg andere Ansichten. Trotzdem danach zu streben ist also, rational betrachtet, sinnlos.

USP – Unique Seperation Proposition
Obwohl USP ja mit unique selling proposition übersetzt wird, sollte es vielmehr unique separation proposition lauten. Einfach um klar zu stellen, dass es hier um ein eindeutiges Differenzierungsmerkmal geht und man eben nicht so ist wie die anderen und damit andere Interessenten anspricht. Das gilt für Menschen die einen Job suchen ebenso wie Unternehmen die Mitarbeiter und Kunden suchen. Stellen Sie sich ein Orchester vor in dem nur Geigen spielen. Das funktioniert nicht. Ein Orchester wirkt durch seine in Einklang gebrachte Diversität von verschiedenen Instrumenten. Ein Unternehmen wirkt durch seine in Einklang gebrachten Mitarbeiter, die ihre Aufgaben kennen und ihre Einsätze nicht verpassen. Kunden werden durch in Einklang gebrachte Bedürfnisse gefunden und gehalten. Das bedeutet, man macht Menschen ein Angebot für spezifische Bedürfnisse, das sie sonst nirgendwo anders bekommen. Würde man das gleiche wie der Mitbewerber anbieten, ist in den meisten Fällen nur der Preis das letzte Unterscheidungsmerkmal weswegen man Kunden gewinnt und sicher wieder verliert. Es wird immer einen geben, der günstiger anbietet.

Die Nische
Wenn Sie Abends zu zweit oder in einer kleinen Gruppe zum Essen gehen, werden Sie vielleicht in einem Lokal schon mal einen Platz in einer lauschigen Nische bekommen haben. Man ist unter sich und kann sich seinem Gegenüber ungestört widmen.
Auf Unternehmen übertragen bedeutet das eine intensivere Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Kunden die aus deren Sicht wiederum auf bessere Qualität und Betreuung hoffen dürfen. Sie fühlen sich in ihrer Individualität anerkannt und verstanden. Das tut gut und motiviert zu bleiben.

Schon ein altes Sprichwort sagt: Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann. Und doch erliegen wir immer wieder der Verführung es möglichst vielen recht zu tun. Dem gilt es zu widerstehen. Mangelnde Vielfalt führt unweigerlich zu weniger Wettbewerb von unterschiedlichen Ideen und Lösungsansätzen. Genau diesen Wettbewerb brauchen wir aber um uns individuell als Person und als Gesellschaft weiter zu entwickeln.

 

Denkanstößiges für die bevorstehende Woche

  • Wie unterscheiden Sie sich persönlich von Ihren Mitmenschen & Arbeitskollegen?
  • Was bringen Sie mit, dass gemeinsam mit den Eigenschaften anderer etwas einzigartiges ermöglicht?
  • Wo und wie finden Sie Kontakt zu diesen Menschen?
  • Bonusfrage: wie würden Sie gerne den Kontakt zu diesen Menschen finden und aufbauen?

Ihnen einfach eine gute Woche,

Alexander M. Schmid
Der Vereinfacher

JETZT einfach zum Nachlesen: die ersten 26 Ausgaben der Kolumne sind nun als eBook im Kindle und ePUB Format erhältlich.

P.S: Wenn Sie die #einfachwöchentlich Kolumne auch per Email erhalten wollen, einfach hier Ihre Email-Adresse eintragen.